30 Jahre Modellbau

Dürrlewang - Hallschlag - Remseck

Keine U12 ohne Stuttgart21

Um das Projekt finanziell stemmen zu können, müssen Bund und Land mit in die Tasche greifen. Die ersten beiden Bauabschnitte wurden zwischenzeitlich bewilligt. Die Grundlage dafür war das zu erwartende Fahrgastaufkommen. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit ist im Falle der U12 einzig und alleine das Bauvorhaben auf den freiwerdenden Flächen von Stuttgart 21 ausschlaggebend. "Falls das Projekt gekippt wird, bedeutet dies das Aus für die U 12. Dann gibt es natürlich auch keine Stadtbahn hoch zum Hallschlag", so SSB Chefplaner Dr. Volker Christiani in der Südwest-Presse.

 

Unabhängig von der Schlichtungsrunde um Stuttgart 21, gehen die Planungen der SSB weiter. Die Stadtbahntunnel, die unter der neuen Bibliothek hindurch führen, sind bereits gegraben. Außerdem ist der Kreuzungsbereich am Löwentor bereits diesbezüglich erschlossen und gestaltet. "Wir wollen deshalb mit dem Trassenbau zwischen Löwentor und Hallschlag Mitte 2011 beginnen", so der SSB-Planer. Ziel sei, dass die erste Stadbahn knapp zwei Jahre später hoch zum Hallschlag fährt.

Artilel aus der Südwest Presse vom 22.09.2010:

http://www.swp.de/goeppingen/lokales/stuttgart_und_region/art5592,641003

Stadtbahn U12 in der Löwentorstraße **)

Informationen zum Stadtbahnbau der U12 Hallschlag - Münster

3. Bauabschnitt

Im Anschluss an die Realisierung bis zum Hallschlag erfolgt der Weiterbau der Trasse im so genannten 3. Teilabschnitt hinunter ins Neckartal . Hier ist eine weitere, im Einschnitt liegende Haltestelle mit dem Namen Bottroper Straße vorgesehen, ehe die Trasse im Tunnel verschwindet, die Eisenbahnstrecke unterfährt, kurz nach der U14-Haltestelle Elbestraße wieder ans Tageslicht kommt und an der Aubrücke in die U14 einschleift.

 

Im Endzustand wird die Stadtbahnlinie U12 zwischen den Endhaltestellen Dürrlewang und Remseck mit langen 80m-Zügen verkehren. Dafür sind zusätzlich noch mehrere ergänzende Hochbahnsteigverlängerungen zwischen Wagrainäcker und Remseck Brückenstraße sowie an der Mittnachtstraße erforderlich (der sogenannte 4. Teilabschnitt der U12).

Löwentor - Hallschlag

2. Bauabschnitt

Die Planung für eine Straßenbahn in der Löwentorstraße entstand bereits vor vierzig Jahren. Der seit 1968 geltende Bebauungsplan sieht recht autoorientiert zwei Fahrstreifen pro Richtung zwischen Löwentor und Hallschlag vor, dazwischen ist ein sieben Meter breiter Streifen für den späteren Bau einer Straßenbahn. Da sich diese Strecke zum damaligen Zeitpunkt noch nicht rechnete, wurde der Streifen einstweilig mit so genanntem Verkehrsgrün bepflanzt – was dann vierzig Jahre so blieb. Jetzt endlich kann im Zuge des Projekts Stuttgart 21 die Stadtbahn U12 zum Hallschlag und später weiter ins Neckartal endlich gebaut werden.  

Bild: Thomas Maier DT8 4151/4152

Die Stadtbahnline U12 - eng verbunden mit Stuttgart 21

Ende der 1990er Jahre entstanden zusammen mit dem Projekt Stuttgart 21 auch die Planungen für die U12, die den neuen Stadtteil hinter dem Bahnhof erschließen sollte. Durch die vielen neuen Bebauungen auf den durch Stuttgart 21 freiwerdenden Gleisflächen und der daraus erwachsenden Nachfrage konnte im Rahmen einer Nutzen-Kosten-Untersuchung nach der Methode der Standardisierten Bewertung nachgewiesen werden, dass eine U12 wirtschaftlich tragfähig ist. Die dabei entwickelte Planung sah vor, dass die neue Stadtbahnlinie nicht nur die Gebiete hinter dem Bahnhof (U 12, 1. Teilabschnitt), sondern auch die Gebiete entlang der Löwentorstraße bis zum Hallschlag (U 12, 2. Teilabschnitt) erschließen soll.

 

Doch die neue Stadtbahn sollte nicht einfach am Hallschlag enden. Die Lage des jüngsten SSB-Betriebshofs in Remseck legte die Idee nahe, die Strecke durch einen Tunnel hinunter ins Neckartal zu führen (U 12, 3. Teilabschnitt). So können die in Remseck abgestellten Züge über die Löwentorkreuzung auf kürzerem Weg ins Talquerliniensystem gebracht werden, was viele Leerkilometer spart. Da man über die U12-Strecke rund fünf Minuten schneller am Hauptbahnhof ist als über die U14, wurde zudem beschlossen, künftig statt der U14 die U12 nach Remseck zu führen, und die U14 mit einem neuen Kehrgleis am Max-Eyth-See enden zu lassen. Da die U12 von vornherein für 80-Meter-Betrieb gebaut werden soll, können so auch die Kapazitätsprobleme, die heute auf der U14 bestehen und denen nur mit Verstärkerzügen begegnet werden kann, gelöst werden. Hierfür müssen allerdings noch einige bestehende Haltestellen auf 80 Meter verlängert werden (U 12, 4. Teilabschnitt).

Zwischen Löwentor und Hallschlag wurde die U12 bereits vor bald zehn Jahren folgendermaßen geplant: Die Löwentorstraße erinnert mit ihren zwei Fahrstreifen pro Richtung an eine Art Stadtautobahn. Die Verkehrsstärken, für die sie gebaut wurde, hat sie nie erreicht. Heute fahren auf ihr pro Tag zwischen 12- und 13.000 Fahrzeugen, eine Verkehrsmenge, die problemlos mit einem Fahrstreifen pro Richtung bewältigt werden kann. Da der sieben Meter breite Mittelstreifen zwar für die Stadtbahngleise ausreicht, nicht aber für Haltestellen und Überwege, machte man sich die Überdimensionierung des Straßenraums zunutze. Die Löwentorstraße sollte also um einen Fahrstreifen pro Richtung zurückgebaut werden. Die so gewonnene Fläche kann für die Anlage der Stadtbahnhaltestellen, eines neuen Radfahrstreifens und zusätzlicher Grünflächen genutzt werden. Schon in der damaligen Planung war vorgesehen, die meisten Kreuzungen entlang der Strecken in Kreisverkehre umzubauen. Da der Platz an diesen Kreuzungen für die Anlage von Linksabbiegestreifen nicht ausreicht, kann durch die Anlage von Kreisverkehren trotzdem in alle Richtungen abgebogen werden. Haltestellen waren am Löwentor, an der Züricher Straße, an der Kreuzung mit der Straße Auf der Steig („Riethmüllerhaus“) und nach der Kreuzung mit der Straße Hallschlag vorgesehen.

Ausblick und Zeitplan

Der Planfeststellungsbeschluss wird im Jahr 2011 erwartet, so dass die Strecke bis zum Hallschlag voraussichtlich im Jahr 2013 in Betrieb genommen werden kann. Der Weiterbau ins Neckartal ist für die Jahre 2013 bis 2015 vorgesehen. Gleichzeitig soll im Süden Stuttgarts die U12 ab Wallgraben nach Dürrlewang bis 2013 gebaut sein, so dass ab 2015 ein durchgehender Betrieb der U12 von Remseck bis Dürrlewang erfolgen könnte.

 

Zu diesem Zeitpunkt wird die Löwentorstraße bereits seit mindestens zwei Jahren ein völlig verändertes, deutlich aufgewertetes Erscheinungsbild haben, da in der Folge des Stadtbahnbaus ein weiterer Teil Stuttgarts zeitgemäß und ansprechend umgestaltet werden konnte.

Bild: U12 Stadtbahn Stuttgart

Heilbronner straße - Eckartstraße

1. Bauabschnitt

Durch die Grundsatzentscheidung für Stuttgart 21 ist auch die Realisierung der U12 durch das A1-Areal und mit dem Anschluss ans Nordbahnhofviertel möglich geworden. Im Bereich Rosensteinstraße wird aber die ursprünglich vorgesehene unterirdische Lösung abgeändert und oberirdisch an die bereits gebauten Gleise der U15 angeschlossen.

Die U12 als Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Nordbahnhofviertel und gleichzeitiger Erschließung des neuen Stadtviertels im A1-Areal von Stuttgart 21 wurde bereits Mitte der 90er Jahre geplant. Durch die fast zehn Jahre währende Hängepartie um die Entscheidung, ob das Bahnprojekt Stuttgart 21 gebaut wird, musste auch die U12 auf die lange Bank geschoben werden, da sich deren Wirtschaftlichkeit nur mit der Realisierung von S21 darstellen lässt.

 

Mittlerweile wurden die in den letzten Jahren planfestgestellten Pläne nochmals auf den Prüfstand gestellt. Mit ein Grund war der zwischenzeitlich erfolgte Bau der U15. Als 2005 der Baubeginn der Linie U15 im Südast kurz bevorstand, bei S21 aber immer noch keine Entscheidung in Sicht war, musste bei der SSB für das Problem, wie die U15 von der Heilbronner Straße in die Nordbahnhofstraße gelangen sollte, eine Lösung gefunden werden. Die Friedhofstraße, die ja in der eigentlichen U12 Planung keine Stadtbahnschienen enthalten sollte, wurde deshalb genutzt, um für eine Übergangszeit, bis zum endgültigen Bau der U12, eine Schienenverbindung für die U15 von der Heilbronner Straße in die Nordbahnhofstraße erstellen zu können. Diese Gleise wurden im Dezember 2007 mit der Linie U15 in Betrieb genommen.

Die planfestgestellte Lösung für die U12 sieht vor, die sie zwischen Hauptbahnhof und Türlenstraße aus dem Tunnel der Stammstrecke der Talquerlinie auszuschleusen. Dieser Tunnel muss auf einem längeren Abschnitt ohnehin seitlich verschoben neu gebaut werden, da er den neuen Bahngleisen zum S21-Bahnhof im Wege ist. Im Zuge dieses Tunnelneubaus soll auch die Ausschleifung der U12 ins A1-Areal gebaut werden. Die U12 unterquert die neu zu bauende Bibliothek 21 und kommt dann an die Oberfläche. In der Nähe des neuen Budapester Platzes soll die gleichnamige Haltestelle entstehen. Danach quert die Stadtbahn mit einer Brücke die Wolframstraße und verläuft in Seitenlage der Nordbahnhofstraße.

In der bisherigen Planung war vorgesehen, dass die U12 nicht dem Anstieg der Nordbahnhofstraße folgt, sondern auf gleicher Höhe bleibt und in einen immer tieferen Einschnitt wandert, bis sie im Bereich des heutigen Bistro Diva in einem Tunnel verschwunden wäre. Die Haltestelle Milchhof wäre eine unterirdische Haltestelle unter der Querung der Rosensteinstraße geworden. In einer langen Rampe inmitten der Nordbahnhofstraße, die erst an der Eckartstraße die Oberfläche erreicht hätte, wäre die U12 weiter verlaufen und hätte erst an der Eckartstraße an den heute bereits gebauten Bestand der U15 angeschlossen.

Nach der Grundsatzentscheidung für S21 lag nahe, nach einer Lösung zu suchen, in der beim Bau der U12 möglichst viel der für die U15 gebauten Infrastruktur, vor allem die neue Haltestelle Milchhof, erhalten werden kann. Hier kam den Planern zugute, dass mittlerweile im Zusammenhang mit den Planungen für die zukünftigen Nutzungen im Bereich des inneren und des äußeren Nordbahnhofs ein neues Gesamtverkehrskonzept mit entsprechenden Untersuchungen durch ein Ingenieurbüro erstellt worden war. Die Ergebnisse dieser Planung prognostizierten gänzlich andere Verkehrsverteilungen im Bereich der Knotenpunkte der Nordbahnhofstraße mit der Friedhof und der Rosensteinstraße.

So war in der Planung von 1996 noch von einer prognostizierten Verkehrsstärke von 18000 Kraftfahrzeugen pro Tag in der Rosensteinstraße gegenüber einer heutigen Belastung von 12 000 Kraftfahrzeugen pro Stunde. Dieser große Verkehrszuwachs resultierte aus großen erwarteten baulichen Veränderungen im Zusammenhang mit S21 und Bebauungen im Bereich der Rosensteinstraße. Über diese Planungen bestand zur damaligen Zeit allerdings noch eine große Unsicherheit. Zwischenzeitlich haben sich hier viele Vorstellungen geändert bzw. konkretisiert. Das einstmals auf dem Südmilch-Gelände vorgesehene Media-Forum, das zwischenzeitlich überwiegend Wohnbebauung gewichen ist, ist hierfür ein Beispiel.

 

Das neue Verkehrsgutachten kommt nun zu dem Schluss, dass die Verkehrszunahme hauptsächlich im Zuge der Nordbahnhofstraße erfolgt, also entlang der Stadtbahn und nicht quer zu ihr. Daher ließ die SSB eine Simulation der verkehrlichen Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte durchführen und konnte so belegen, dass zukünftig auch eine oberirdische Führung der U 12 in diesem Bereich machbar ist. Die Planung der U 12 sieht dabei so aus, dass die Stadtbahn wie bisher die Wolframstraße auf einer Brücke überquert und in Seitenlage der Nordbahnhofstraße weiter verläuft. Sie bleibt auf dem Niveau der Nordbahnhofstraße und verschwenkt im Bereich des Knotenpunktes mit der Friedhofstraße in die in Mittellage der Nordbahnhofstraße bereits gebauten Gleise der U15 und schließt an diese an.

 

Bis auf kleinere Anpassungen kann somit die Haltestelle Milchhof erhalten bleiben. Nach eingehender Diskussion dieses Themas mit den städtischen Ämtern wurde von der SSB eine entsprechende Beschlussvorlage für den Umwelt- und Technik-Ausschuss des Stuttgarter Gemeinderates erstellt, der dieser am 10. Juni 2008 zugestimmt hat. Die SSB hat ein Verfahren zur Änderung des bisherigen Planfeststellungsbeschlusses beim Regierungspräsidium Stuttgart beantragt.

Der Baubeginn für die Tunnelmaßnahmen der U12 war 2009. Die Inbetriebnahme der Strecke ist, vorbehaltlich verschiedener Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Planung des Bauablaufs der DB AG und der übrigen Bebauung des A1-Areals, für das Jahr 2014 vorgesehen.

Was mit der Strecke in der Friedhofstraße danach passiert, ist noch nicht geklärt. Technisch möglich sind mit der neuen, oberirdischen Lösung am Milchhof alle Optionen.

Der Arbeitskreis U12 informiert

Der Arbeitskreis U12 befürwortet ausdrücklich die Planung der Stadt Stuttgart und der SSB, das Industriegebiet Vaihingen/Möhringen sowie auch Dürrlewang an das Stadtbahnetz anzuschließen. Eine neue Linie U12 wird vom Hallschlag kommend über das neue Europaviertel am Hauptbahnhof geführt und soll die Innenstadt über Möhringen mit Dürrlewang verbinden. Damit eröffnet sich eine neue Lebensqualität für den Stadtteil Dürrlewang.

Bild: Thomas Maier Stadtbahn U12 Dürrlewang

Informationen zum Stadtbahnbau der U12 in Dürrlewang

Liebe Stadtbahn-Freunde, liebe U12-Befürworter,

nach vier Monaten Kampf und Argumentation zugunsten der Stadtbahn-Anbindung Dürrlewangs freue ich mich als Sprecher des Arbeitskreises U12, dass die politischen Entscheidungen im Bezirksbeirat und im Umwelt- und Technik-Ausschuss des Stuttgarter Gemeinderats sehr deutlich für die U12 gefallen sind.

 

Wir sind froh darüber, dass mit der U12, einem umweltfreundlichen und zukunftsweisenden Verkehrsmittel, Dürrlewang diese lebensqualitätsverbessernde Investition zugutekommen wird. Dem Stadtteil wird das guttun; die Stadtbahn wird ein Renner werden.


Natürlich werden wir das Projekt weiter durch den Arbeitskreis verfolgen; wir wissen, dass nach der politischen Entscheidung das gesetzlich geregelte Genehmigungsverfahren zu absolvieren ist. Wir werden uns einbringen.


Ich bedanke mich an dieser Stelle bei den Mitstreitern, vor allem bei Jürgen Franke, Thomas Maier und Mario Nowotny, die den Arbeitskreis U12 im Kern voran bringen. Darüber hinaus gilt mein Dank allen weiteren 100 Unterstützern des Arbeitskreises U12. Nicht zu vergessen sind all die Bürgerinnen und Bürger Dürrlewangs, die sich offen mit uns ausgetauscht haben und vor allem ihre Sorgen bezüglich der U12-Planungen uns verdeutlichten. Nur so konnte es gelingen, einen Alternativvorschlag für die städtebauliche Einbindung der Strecke in Dürrlewang zu entwickeln, der ebenjene Zweifel ausräumen konnte, die herrschten.


Die politisch in den Gremien Verantwortlichen hatten ein gutes Gespür dafür, dass im Rahmen der Bürgerbeteiligung im Falle der U12-Planungen einmal vorbildlich vom Projektträger die Belange der Betroffenen gehört wurden. Das wurde honoriert, was für eine funktionierende demokratische Struktur spricht. Der Bürgerverein Vaihingen Rohr Büsnau hat durch eine absolut gelungene Diskussionsveranstaltung eine faire Plattform für den Gedankenaustausch in Anwesenheit von Stadt- und Bezirksbeiräten gelegt.


Uns hat nicht zuletzt die SSB überzeugt, indem sie, alles andere als stur an ihren Vorstellungen festhaltend, bereit war, ihre Planungen in einer Form und Schnelligkeit anzupassen, die überraschend war. Die SSB hat damit den Grundstein dafür gelegt, am Ende eine derart breite Zustimmung zu erlangen.
Wir Dürrlewanger freuen uns auf die U12, auf das schönste Verkehrsmittel, das unsere Stadt hat.

Ralf Bochert

Informationen der SSB

Abschnitt Wallgraben - Dürrlewang

Die SSB AG plant in den Jahren 2011-13 den Bau der Stadtbahnstrecke der U 12 von der Haltestelle Wallgraben bis nach Dürrlewang. Ziele der Maßnahme sind die Anbindung von über 20.000 Beschäftigten des Gewerbegebietes Synergiepark Stuttgart in den Stadtbezirken Vaihingen und Möhringen sowie von 3.700 Einwohnern des Stadtteils Dürrlewang an das Stadtbahnnetz, die Verbesserung der Umsteige-beziehungen zu Bus und Schiene, die Verkürzung der Fahrzeit in die Innenstadt sowie die allgemeine Aufwertung des Gewerbe- und des Wohngebietes.

Bild: Thomas Maier **) verlinkt mit dem Arbeitskreis U12

Hintergründe zur Entstehung der Planung

Für das Gewerbegebiet Vaihingen/Möhringen wurde im Jahr 2001 im Auftrag der Wirtschafts- und Arbeitsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart und der Wirtschafts- und Industrievereinigung Stuttgart e.V. eine Bestandsanalyse durchgeführt, um Nachverdichtungs- und Entwicklungspotenziale zu ermitteln. Auf deren Basis wurden Leitbilder sowie ein Maßnahmenkatalog und Strategien zur Umsetzung erarbeitet. Ziel ist die Schaffung von langfristig 10.000 neuen Arbeitsplätzen sowie einer neuen Gebietsidentität.

 

Wesentliche Maßnahmen dabei sind: Verbesserung der verkehrlichen Infrastruktur, Aktivierung von Bauflächenpotenzialen und Standortmarketing. Diese Maßnahmen sollen den Standort weiter aufwerten und national sowie international besser positionieren. Als erster Schritt erhielt das Gewerbegebiet seinen neuen Namen: Synergiepark Stuttgart. Der Bau einer Stadtbahnlinie durch das Gewerbegebiet entlang der Straße Am Wallgraben war einer der wichtigsten Maßnahmen unter dem Stichwort Verbesserung der verkehrlichen Infrastruktur.

 

Der Stadtteil Dürrlewang entstand von 1957 bis Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts auf der Gemarkung Rohr und wurde nach Abschluss der Bebauung zum vierten Stadtteil Vaihingens erklärt. Heute hat Dürrlewang rund 3.700 Einwohner. Die Bürgerschaft ist geprägt von einem regen Generationenwechsel, da in den letzten Jahren viele junge Familien den Weg nach Dürrlewang gefunden haben. Durch den Anschluss an das Stadtbahnnetz wird der Stadtteil aber nicht nur für diese Bevölkerungsgruppe noch attraktiver. Auch für ältere Mitbürger ist die Stadtbahn ein Gewinn an Sicherheit und Bequemlichkeit gegenüber der Fahrt mit Bus und Umstieg auf die S-Bahn. Die U 12 trägt somit dazu bei, dass noch mehr Menschen Mobilität unabhängig vom Auto ermöglicht wird.

Beschreibung der neuen Strecke

Haltestelle Wallgraben bis Haltestelle Heßbrühl

Die neue Stadtbahnstrecke wird eine Länge von rund 1.100 m haben und über zwei neue Haltestellen (Heßbrühl und Dürrlewang) verfügen. Die bisherige Haltestelle Wallgraben muss von der West- auf die Ostseite der Straße Am Wallgraben verlegt werden, damit sie von allen dort verkehrenden Stadtbahnlinien bedient werden kann. Die Strecke wird überwiegend zweigleisig in einem besonderen Bahnkörper, der als Rasenbahnkörper ausgeführt wird, in Mittel- und Seitenlage verlaufen.

 

Die bisherige Haltestelle Wallgraben muss auf die Ostseite der Straße Am Wallgraben verlegt werden, damit die Züge nach Dürrlewang und die Züge nach Vaihingen an einer Haltestelle abgefertigt werden können. Entlang der östlichen Ernsthaldenstraße ist die verlegte Haltestelle Wallgraben mit Seitenhochbahnsteigen vorgesehen. Die Ernsthaldenstraße wird hierdurch auf einer Länge von 130 m auf eine Fahrbahnbreite von rund 3,60 m reduziert, so dass ein Parken entlang des Gehwegs in diesem Bereich nicht mehr möglich ist. Östlich der Haltestelle sind 10 Fahrradbügel als Abstellmöglichkeit für 20 Fahrräder vorgesehen. Der Bereich der östlichen Ernsthaldenstraße, der seit Sommer 2008 eine Sackgasse ist, wird zwischen Haltestelle und der Straße Am Wallgraben zu einem gemeinsamen Geh- und Radweg, der für die Zufahrt mit dem Pkw zu privaten Stellplätzen freigegeben ist. Die bisherige Haltestelle Wallgraben wird aufgegeben und als Fläche für Ausgleichsbaumpflanzungen genutzt.

 

Nach der Haltestelle und im Bereich des Bahnübergang Wallgraben, der nach wie vor mit Zweifeldsignalen (Rot-Gelb-Dunkel) signalisiert und mit Andreaskreuzen beschildert wird, zweigt die Neubaustrecke der U 12 mit einem 50 m-Radius von der bestehende Strecke ab. Danach verläuft die Trasse in einem durch Bordsteine abgetrennten, besonderen Bahnkörper in Straßenmitte, der als Rasenbahnkörper ausgeführt wird. Die beiden Richtungsfahrbahnen links und rechts des Bahnkörpers haben jeweils eine Breite von 4,25 m. Auf der Fahrbahn ist ein Fahrradschutzstreifen mit einer Breite von 1,50 m abmarkiert, der im Bedarfsfall von Kraftfahrzeugen mitgenutzt werden darf.

 

Bei der Planung wurde besonderes Augenmerk auf den Erhalt des mehrere Jahrzehnte alten Blutbuchenbestands östlich der Straße Am Wallgraben gelegt. Durch eine entsprechende Trassierung ist dies auch weitgehend gelungen. Lediglich im Bereich des Abzweigs und im Bereich der Knotenpunkte ist der Platzbedarf (v.a. durch die Aufstellflächen der Z-Überwege) so groß, dass einzelne Bäume entfallen müssen. Für diese werden in anderen Bereichen entlang der Trasse, im Bereich der bisherigen Haltestelle Wallgraben und in neuen Baumbeeten entlang der Querstraßen im Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP) festgelegte Ausgleichspflanzungen vorgenommen.

 

Durch den Erhalt des Baumstreifens ist jedoch die Vorhaltung eines Parkstreifens entlang der Straße Am Wallgraben nicht mehr möglich. Somit entfallen im Industriegebiet entlang der Straße Am Wallgraben zwischen Abzweig der Stadtbahn und Heßbrühlstraße rund 75 Parkplätze. Die Verkehrsprognose für die Stadtbahn Wallgraben geht von rund 1.500 auf den ÖPNV verlagerten Kfz-Fahrten aus. Da in dieser Summe Hin- und Rückfahrten separt gezählt enthalten sind, ergeben sich über 700 Kfz pro Tag, die künftig nicht mehr in das Gebiet einfahren und einen Parkplatz suchen müssen. Der Parkplatzverlust wird also um ein Mehrfaches kompensiert.

 

Die drei Knotenpunkte der Straße Am Wallgraben mit der Schockenriedstraße, der Industriestraße sowie der Heßbrühl-/Schulze-Delitzsch-Straße werden zu Kreisverkehren umgebaut. Da in den Zufahrten zu den Knotenpunkten aufgrund der Stadtbahntrasse und der Z-Überwege nicht ausreichend Platz für Linksabbiegestreifen vorhanden ist, stellt der Umbau der Knotenpunkte zu Kreisverkehren eine gute Möglichkeit dar, um mit einer einstreifen Zufahrt sämtliche Abbiegebeziehungen anbieten zu können.

 

Die den Kreisverkehr querende Stadtbahn wird über entsprechende Signalquerschnitte mit Zweifeldsignalen Rot-Gelb-Dunkel analog zu einer Reihe von in Stuttgart bereits realisierten und vergleichbaren Kreisverkehren gesichert (Botnang, Steinhaldenfeld, Zuffenhausen). Die verkehrliche Leistungsfähigkeit des gesamten Streckenzugs wurde mit Hilfe einer Verkehrssimulation durch ein Ingenieurbüro nachgewiesen. Auf beiden Seiten der Kreisverkehre sind Fußgängerquerungen der Gleise mittels Z-Überwegen vorgesehen. Die Querung der Fahrbahnen wie auch die Querung der jeweiligen Querstraßen erfolgt über Zebrastreifen.

Bild: Thomas Maier **) verlinkt mit dem Arbeitskreis U12

Haltestelle Heßbrühl bis Endhaltestelle Dürrlewang

Nach rund 600 m ist zwischen der Breitwiesenstraße und der Heßbrühlstraße die Haltestelle Heßbrühl mit Seitenhochbahnsteigen vorgesehen. Die Bäume östlich der Straße Am Wallgraben müssen entfallen. Es handelt sich um Ahornbäume mit einem Alter von unter 10 Jahren, deren ökologische Wertigkeit bei kaum einem Zehntel dessen der schützenswerten Blutbuchen im vorderen Bereich liegt. Als Ausgleich für sie werden im gesamten Abschnitt Ausgleichspflanzungen in einem neuen Baumstreifen östlich der Straße vorgenommen, im eigentlichen Haltestellenbereich wird auch westlich der Haltestelle ein neuer Baumstreifen angelegt.

 

Mit der Querung der Heßbrühl-/Schulze-Delitsch-Straße verschwenkt die Stadtbahn in die westliche Seitenlage. Ab hier wird die Stadtbahn bis zur Endhaltestelle eingleisig geführt. Kurz vor der Einmündung des Uranusweges in die Galileistraße endet der eingleisige Bereich. Die Gleistrasse verschwenkt in die östliche Seitenlage und öffnet sich zu dem unmittelbar anschließenden Mittelbahnsteig der Endhaltestelle. Die Galileistraße wird über die Gleise in die westliche Seitenlage geführt. Die Querung der Gleise wird als Bahnübergang mit Andreaskreuzen und Zweifeldsignalen Rot-Gelb-Dunkel gesichert. Die direkte Zufahrt zu den acht privaten Stellplätzen der Häuser Galileistraße 43 und 45 ist durch die östliche Seitenlage der Endhaltestelle nicht mehr möglich.

 

Daher wird der Geh- und Radweg bis zur Zufahrt zu den Häusern Galileistraße 39 und 41 auf eine Breite von 4 m aufgeweitet und für die Zufahrt zu Galileistraße 43 und 45 freigegeben. Die Ausfahrt aus diesen beiden Grundstücken wird ebenso wie die Einmündung Uranusweg bereits in der Zufahrt mit Zweifeldsignalen Rot-Gelb-Dunkel gesichert. Durch die Aufweitung des Geh- und Radwegs müssen drei Bäume entfallen, für die etwas versetzt zwei neue Bäume als Ausgleich gepflanzt werden.

 

Die Endhaltestelle Dürrlewang mit einem 5 m breiten Mittelbahnsteig befindet sich in östlicher Seitenlage der Galileistraße. Sie liegt so, dass die bestehende Baumreihe mit wertvollem Blutbuchenbestand vor der BW Bank und der Schleckerfiliale erhalten bleibt. Die Haltestelle hat eine Länge von 74,55 m und ist für die Benutzung durch 80 m-Stadtbahnzüge ausgelegt. Die Haltestelle wird nach hinten so abgesenkt, dass der Bahnsteig ebenerdig ohne Rampe verlassen werden kann. Die Galileistraße kann an dieser Stelle gequert werden. Die Haltestelle kann nicht weiter nach Dürrlewang hinein verschoben werden, da die Grundstückszufahrt zum Gebäude Herschelstraße 1 (Schlecker) erhalten bleiben muss.

 

Dadurch ergibt sich aber die Möglichkeit, im Anschluss an die Haltestelle einen kleinen Platz zu schaffen, an dem sich die Stadteinwärtshaltestelle der Buslinie 81 anlegen lässt. Die Stadtauswärtshaltestelle der Buslinie ist direkt gegenüber vorgesehen, so dass die beiden Richtungshaltestellen gebündelt direkt bei der Stadtbahnhaltestelle liegen. Die Stadtbahnhaltestelle und die Bushaltestelle werden künftig beide Dürrlewang heißen, die heutige Busendhaltestelle heißt künftig Lambertweg. Die Beschilderung der 81er-Busse wird aber weiterhin Dürrlewang lauten.

Bild: Thomas Maier **) verlinkt mit dem Arbeitskreis U12

Zeitschiene

In den Jahren 2005/06 wurde eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung nach der Methode der Standardisierten Bewertung für die Strecke durchgeführt und festgestellt, dass sich mit einem Nutzen-Kosten-Indikator von 2,0 einer der höchsten bisher in Stuttgart ermittelten Werte für das Projekt ergibt.

 

Anfang 2008 zeichnete sich ab, dass eine finanzielle Förderung des Vorhabens durch das Land Baden-Württemberg in den Jahren 2011-13 denkbar ist. Daraufhin begannen die Planer der SSB, die Trasse detailliert auszuarbeiten und mit den städtischen Ämtern, der Aufsichtsbehörde und den direkt betroffenen Anliegern abzustimmen.

 

Ende 2009 wurde die Planung schließlich in öffentlichen Sitzungen der Bezirksbeiräte Vaihingen und Möhringen und an einem Informationsabend im ev. Gemeindehaus in Dürrlewang den Bürgern vorgestellt. Daraufhin setzte eine umfangreiche Diskussion über das Für und Wider des Projektes in der Bürgerschaft ein, in deren Verlauf sich zwei Pro- bzw. Contra-U12 Gruppen gründeten: Der Arbeitskreis U12 und die Schutzgemeinschaft Dürrlewang.

 

Der AK U12 führte Ende 2009 eine Befragung von 250 Haushalten in Dürrlewang durch, bei der sich 62% der Befragten für und 22% gegen die Stadtbahn aussprachen. Dagegen sammelte die Schutzgemeinschaft Dürrlewang Anfang 2010 500 Unterschriften gegen die Stadtbahn.

Den Wunsch des Bezirksbeirates Vaihingen nach einer Bürgerbefragung durch die SSB lehnte diese mit Verweis auf die gesetzlichen Regelungen zu Bürgerentscheiden ab. Stattdessen wurde ein Diskussionsabend empfohlen, bei dem Befürworter und Gegner ihre Argumente öffentlich vorbringen können, so dass sich die Kommunalpolitik ihre Meinung bilden kann. Diese Idee griff der Bürgerverein Vaihingen in dankenswerter Weise auf. Anfang März 2010 fand im katholischen Gemeindehaus in Dürrlewang dieser Abend statt, bei dem zu allen Teilaspekten des Projektes nach einem kurzen Sachvortrag der SSB die beiden Bürgergruppen die Möglichkeit hatten, ihre Argumente vorzutragen.

 

Die Entscheidungsvorlage für den Bau der U12 Wallgraben-Dürrlewang wurde am 16.03.10 im Umwelt- und Technikausschuss (UTA) des Stuttgarter Gemeinderates eingebracht und am selben Abend in öffentlicher Sitzung im Bezirksbeirat Vaihingen beraten. Am 24.03.10 fand die Beratung im Bezirksbeirat Möhringen statt. Die Bezirksbeiräte stimmten mehrheitlich bzw. einstimmig für das Projekt.

 

Der UTA stimmt am 30.03.10 mit nur einer Gegenstimme für das Projekt.

Die Planfeststellung für die U12 von der Haltestelle Wallgraben bis nach Dürrlewang wurde im August 2010 beantragt. Die öffentliche Auslegung der Pläne erfolgte im Oktober 2010. Der Bau der Maßnahme ist in den Jahren 2011-13 vorgesehen, so dass die Strecke bis zur Endhaltestelle Dürrlewang Ende 2013 in Betrieb genommen werden kann.

 

Parallel dazu soll die U12 im A1-Areal von Stuttgart 21, im Nordbahnhofviertel zwischen Heilbronner Straße und Milchhof sowie in der Löwentorstraße zwischen Löwentor und Hallschlag gebaut werden. Auch diese Stadtbahnstrecke soll 2013  bzw. 2014 in Betrieb gehen. Somit könnte ab 2014 ein durchgehender Betrieb der U12 Dürrlewang – Möhringen – Degerloch – Charlottenplatz – Hbf. – Budapester Platz – Nordbahnhof – Löwentor – Hallschlag aufgenommen werden.
Im Anschluss daran beabsichtigen die SSB die U12 vom Hallschlag über die Haltestelle Bottroper Straße weiter zur Aubrücke im Neckartal zu führen, um zukünftig die U12 mit 80 m-Zügen nach Remseck fahren zu lassen. Die U14 würde dann am Max-Eyth-See eine Endhaltestelle bekommen.

Bildautor Thomas Maier **) verlinkt mit dem Arbeitskreis U12

Der Text der SSB wurde freundlicherweise von der Pressestelle freigegeben. die hier gezeigten Bilder ebenso.

 

Die Weiterverbreitung, das Kopieren, Bearbeiten u.ä. sind sowohl für den Text als auch für die Bilder ohne ausdrückliche Genehmigung der SSB-Pressestelle untersagt!

 

Endhaltestelle Dürrlewang

Bildquelle: SSB-AG